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Kultur - Sehenswertes auf Kreta , Bezirk "Festos"

Festos – Phaistos

Nach dem Palast von Knossos ist Phaistos (gesprochen "Festos") der zweitgrösste minoische Palast auf Kreta. Mit dem Aufblühen der minoischen Kultur entstand auch in Phaistos im Zeitraum von 1900 bis 1850 v. Chr. der erste Palast, der in dieser Zeit mindestens die gleiche Bedeutung wie Knossos hatte. Er wurde mehrfach durch Erdbeben und einen Brand beschädigt, zuletzt bei dem großen Erdbeben um das Jahr 1700 v. Chr. zerstört. Phaistos als herrschende Stadt über Südkreta wurde aber ca. 180 v. Chr. durch die östliche Nachbarstadt Gortyn unterworfen, die dann in römischer Zeit ab 67 v. Chr. zur Hauptstadt Kretas wurde. Unter zahlreichen Artefakten wurde auch der berühmte "Diskos von Phaistos" gefunden, der bis heute nicht entschlüsselt werden konnte. Der Sage nach wurde die Stadt Phaistos durch König Minos gegründet und nach einem Sohn oder Enkel des Herakles (Heros Phaistos) benannt, der von Idomeneus, dem Enkel von Minos und späteren König von Kreta, getötet wurde.

Eintritt: 4€, Kinder bis 18 J., Studenten und Presse frei April-Oktober: 9-19 Uhr, Winter: 9-15 Uhr, täglich bis auf Feiertage

Agia Triada

In der minoischen Kultur entstanden in der Messara, von etwa 2000 bis 1450 v. Chr., Städte mit ausgedehnten Palastanlagen. Im Zeitalter der Neuen Paläste wurde zwischen 1600 und 1550 v. Chr. auf dem Hügel von Agia Triada eine kleine Palastanlage errichtet, die auch als "minoische Villa" bezeichnet wird. Da der antike Name nicht überliefert ist, erhielt der Ort seinen Namen nach der 250m südwestlich stehenden Kirche Agia Triada aus dem 14. Jh.Seit 1902 dauern die Ausgrabungen von italienischen Archäologen an. Den zahlreichen Funden zufolge, dürfte Agia Triada, (eventuell Sommersitz) ebenso große Bedeutung wie "Phaistos" gehabt haben. Bereits 100 Jahre nach seiner Entstehung wurde "die Villa" um 1450 v.Ch. (wie auch der Palast von Phaistos) durch ein Feuer (evtl. Erdbeben) zerstört. Im Gegensatz zu Phaistos wurde Ag. Triada allerdings teils neu aufgebaut, und neue Gebäude dazu errichtet. Die kleine Kapelle - oberhalb des Hofes, aus dem Jahr 1302 - ist dem heiligen Georg (Agios Georgios) gewidmet.

Eintritt: 4€, Kinder bis 18 J., Studenten und Presse frei April-Oktober: 9-17 Uhr, Winter: 10-15 Uhr, täglich bis auf Feiertage

Gortys

An der Hauptstrasse von Heraklion kurz vor Mires befinet sich der historische Ort Gortys. Zur Zeit der Dorischen Einwanderung wurde Gortys vor Phaistos die wichtigste Stadt der Messara und gehörte mit Knossos, Eleutherna, Kydonia und Lyktos zu den wichtigsten und mit 80.000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Städten der Insel. Im 3. Jahrhundert v. Chr. dominierte die Stadt das südliche Zentralkreta uneingeschränkt. 189 v. Chr. fand Hannibal hier Asyl. Als sich Gortys gegen Knossos auf die Seite der Römer stellte, wurde es nach der römischen Besetzung der Insel ab 67 v. Chr. für fast ein Jahrtausend zur Hauptstadt Kretas. Eines der ältesten und wichtigsten Denkmäler des Christentums auf Kreta ist die Basilika. Die Stadt war früh ein Zentrum der Christianisierung: 59 n. Chr. predigte hier der Apostel Paulus. 250 n. Chr. sollen in der Nähe die "Zehn Heiligen Bischöfe" den Märtyrertod gefunden haben. Der Name der Stadt Ag. Deka geht auf dieses Ereignis zurück. Seit 1884 wurde die antike Stadt von italienischen und griechischen Archäologen ausgegraben.

Eintritt: 4€, Kinder bis 18 J., Studenten und Presse frei April-Oktober: 9-19 Uhr, Winter: 9-15 Uhr, täglich bis auf Feiertage

Tholos-Grab von Kamilari

Nördlich von Kamilari befindet sich ein minoischer Friedhof. Hier fand man neben einfacheren Gräbern, zwei Tholos-Gräber. Sehenswert ist das gut erhaltene Tholos-Grab mit einem inneren Durchmesser von 7,65 Metern. Das Grab wurde in der Älteren Palastzeit um 1900 v. Chr. errichtet und zunächst bis in die Mittelminoisch Epoche verwendet. In der Nachpalastzeit wurde das Grab erneut verwendet. Es wird vermutet, dass das Grab ein Stein Dach (Tholos = Kuppel) hatte. 1957 wurde es von dem italienischen Archäologen Doro Levi ausgegraben. Vor dem Eingang zum Grab befand sich ein gepflasterter Vorhof von dem man in einen Korridor gelangte. Zu beiden Seiten des Korridors befanden sich insgesamt vier Räume, die dem Totenkult und als Beinhaus dienten. Wunderschön ist auch der Panoramablick über die Messara-Ebene, bis hin zum Meer. Weg: Von Kamilari geht es Richtung Agia Triada, über Feldwege auf den Hügel. Es ist schwierig zu finden, daher fragen Sie am Besten Ortskundige.

Weg: Von Kamilari geht es Richtung Agia Triada, über Feldwege auf den Hügel. Es ist schwierig zu finden, daher fragen Sie am Besten Ortskundige.

Der minoische Hafen von Kommos

An einem der schönsten Strände Kretas erstrecken sich die Ruinen von Kommos, dem wohl wichtigsten minoische Hafen an der Südküste Kretas. Schon lange wurde der Hafen hier vermutet, doch erst seit 1976 wurden nach Anregungen eines Deutschen dort Ausgrabungen von der Universität Toronto - mit modernsten Methoden- durchgeführt. Einige glaubten den Hafen eher in einer geschützen Bucht, als an einem lang- gestreckten Strand wo Schiffe bei Wind nicht vor Anker gehen konnten. Auf der Hügelkuppe wurden mittel- und spätminoische Wohnhäuser freigelegt, in der südlich angrenzenden Senke wurden eine neupalastzeitliche Hofanlage mit repräsentativen Gebäudeflügeln sowie nachpalastzeitliche Schiffshallen entdeckt. 2007 führte das Institut für Archäologie der Universität Bern weitere geophysikalische Untersuchungen des Geländes durch. Das Gelände ist umzäunt und nicht zum Betreten freigegeben, es ist jedoch gut einsehbar.

Weg: Vom Ort Pitsidia führt eine alphaltierte Strasse (beschildert) an den Strand, direkt zu den Ausgrabungen.

Kloster Odigitrias

Die von einem wuchtigen Wehrturm bewachte Klosteranlage Odigitrias liegt malerisch in einem weiten Hochtal am Westende der Asteroussia-Berge. Das Kloster stammt aus der venezianischen Epoche (1204-1645), das Haupttor trägt die Jahreszahl 1568, die Kirche des Klosters wurde 1618 gebaut und mehrfach erneuert. Wunderschön ist vor allem die Aussicht, die Sie von der Plattform des Wehrturms, über die Klostergebäude und Olivenhaine haben. Zu sehen sind u.a. drei von fünf schönen Ikonen (zwei sind im Museum von Heraklion) die wohl von Pater Angelos, einem kretischen Maler des 15.Jhr. stammen. Während der Zeit der Türkenherrschaft spielte das Kloster Odigitrias eine sehr bedeutende Rolle. Der Mönch Ioasaf, genannt Xopateras, beherbergte dort einige Widerstandskämpfer und 1828 sandten die Türken eine ganze Armee aus um ihn zu töten. Dieser verteidigte seine "Festung" bis auf's Blut, tötete hunderte von Türken und stürzte sich dann aus dem Fenster. Er ist einer der bedeutensten Helden Kretas. Heute wird die Anlage von zwei Mönchen erhalten und Gottesdienst abgehalten.

Weg: Von Sivas über Listaros. Bis zum Kloster Asphaltstrasse.

Martsalos

Auf dem Weg nach Vathy gelangen Sie an eine Abzweigung nach "Martsalo". Die Höhlenkirche ist durchaus sehenswert und sollte daher auch angefahren bzw. angelaufen werden. Der Weg zur Höhlenkirche führt an der linken Seite des Taleingangs erst nach oben und nach kurzer Zeit -teilweise über Steinstufen- bergab zur Höhlenkirche. Links daneben befinden sich einige sehr spartanisch eingerichtete Klausurzellen. Nach dem Besuch der Martsalo-Schlucht können Sie weiter zur stillen Bucht von Vathy fahren (oder wandern) und sich in dem glasklaren Libyschen Meer erfrischen. Weg: Besser mit Jeep, ca. 45min: Von Sivas, Listaros zum Kloster Odigitrias. Von geht es rechts ab (beschildert).

Moni Kalivianis

Die Gebäude des Klosters sind relativ neu und erinnern eher an ein ruhiges Dorf mit Grün, Blumen und modernen Bauten (1960). Vor vielen Jahrhunderten bestand hier ein altes Kloster, doch seine Spuren verschwanden im Lauf der Zeit und Mitte des 19.Jahrhunderts gab es in Kaliviani nur noch eine kleine verfallende Kirche, Ruinen und grasüberwachsene Gräber. Das alte unbekannte Kloster bestand in der Zeit der venezianischen Herrschaft (1204-1645) und wurde 1646 von den Türken zerstört. Das einzig alte, übriggebliebene Gebäude ist die alte Kirche aus dem 14. Jh., die mit Originalfresken verziert ist. Die Klosteranlage dient heute als Waisenhaus, Mädchenpensionat und Altersheim. In seinem Museum für Kirchen- und Volkskunst sind zu sehen: Kunstgegenstände, alte Webstoffe, kretische Trachten, Holzschnitzereien etc.

Weg: 16 km westlich von Gortys und an der Hauptstrasse von Timbaki nach Mires (Heraklion).

Moni Kardiotissa

Das nahe bei Vori gelegene und heute verlassene Kloster Panagia Kardiotissa (Jungfrau des Herzens) aus dem 14Jh. ist architektonisch interessant und seine Kirche besitzt schöne Fresken. Sie besteht aus einer Vorhalle (Narthex), dem Hauptraum, einer winzigen Nebenkapelle und dem Altarraum, welcher ursprünglich den einzigen Teil einer kleinen Einraumkapelle bildete. Die ebenfalls aus dem 14. Jahrhundert stammenden Fresken zeichnen sich durch differenzierte und leuchtende Farben aus und gehören zu den besterhaltenen auf Kreta. In Kera Kardiotissa gab es eine wundertätige Ikone, welche der Sage nach von den Türken geraubt und nach Konstantinopel verschleppt wurde, aber von selbst in das Kloster zurückkehrte. Weg: Von Vori der Strasse nach Kalocherafitis folgen. Abzweigung rechts. Schotterweg!

Moni Valsamonero

Das Kloster wurde zu Beginn der venezianischen Epoche (1204-1645) erbaut und sicherlich seit 1332 erwähnt. Zuerst wurde das nördliche Schiff fertiggestellt. Das Nordschiff wurde derJungfrau Maria geweiht, das Südschiff (1400-1428) Johannes dem Täufer und die späteren Anbauten dem Heiligen Phanurios*, dessen Fresco 1438 von dem kretischen Maler Konstantinos Ricos gemalt wurde und sich in noch recht gutem Zustand befindet. Der Niedergang des Klosters setzte in den ersten Jahren der Türkenherrschaft (1645-1913) ein, und im 18 Jh. wurde es aufgegeben.

*Anmerkung: Das Moni Valsamonero ist auch als Moni Ag. Phanourios ausgeschildert. Wer nicht über den Zaun steigen möchte, lässt sich besser von dem Wächter aus dem Dorf Vorizia begleiten.

Weg: Der Haupstrasse von Zaros nach Kamares folgen. Von dort zweigt links eine steinige Sandpiste ab.

Moni Vrondissi

Dokumente und Wandmalereien der Klosterkirche belegen, dass diese bereits im Jahre 1400 existierte. Es handelt sich hierbei um eines der bedeutendsten religiösen Zentren von Kreta. Unteranderem war es auch Mittelpunkt der Aufstände gegen die türkische Herrschaft im Jahre 1866 und wurde zur Folge großteils zerstört. Das Kloster (bestehend aus zwei Schiffen) wurde dem St. Antonios und dem Apostel Thomas geweiht.* Das Nordschiff wurde später als der restliche Teil erbaut. Sowohl die Fresken als auch die Ikonen des Malers Angelou aus dem 15 Jh. sind einzigartig. Am Eingang des Klosters fällt ein wundervoller, venezianischer Brunnen, mit Skulpturen von Adam und Eva auf. Leider ist das Photographieren in der Kirche strengstens untersagt.

*Anmerkung: Das Moni Vrondissi ist auch einige Male als Moni Ag. Antonios ausgeschildert.

Weg: Der Hauptstrasse von Zaros nach Kamares folgen. Von dort zweigt rechts eine asphaltierte Strasse ab.

 

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